TRANS FORMATIONS RAUM

GOETHE - INSTITUT

BERLIN

05 

 KUNST ALS RAUMÜBERGREIFENDER DISKURS

 Eine Installationsfolge durch die Räume des

Goethe – Institutes in den 2. Innenhof 

vom 27 . 1. -  27. 2. 05

 

Konzeption:

 

Räume der Geschichte aus ihren Trennungen und Übergängen wechselseitig zu verdichten, ist eine künstlerische Gestaltungsform.

Dreibegehbare Installationsachsen durch das kriegszerstörte Kiescelli Museum, das Goethe Institut und der Sorros Foundation in Budapest bildeten1998 die Ausgangspositionen dieser Projektierung.

Eine wechselseitig begehbare Installationsachse durch den Ost- und Westflügel der Grossen Orangerie und durch die gegenwärtige Beschaffenheit der Museumslandschaft von der Monbijou Brücke durch die Große Kuppel- und Kameckehalle des Bode-Museums auf der Museumsinsel in Berlin schufen von 1998 bis 1999eine erweiterte Grundlage der hier vorliegenden Konzeption.

In der Bewusstwerdung der gravierend sich verändernden kulturellen Bezugspositionen wurde ich am11. 9. 01 bei den Dreharbeiten im Berliner Kulturforum überrascht.

Spätestens hier stellte sich die Frage: Sind unsere mitteleuropäisch geprägten kulturellen, künstlerischen und ästhetischen Ausgangspositionen noch tragfähig oder neu zu bestimmen?

Wie wirklich ist die Wirklichkeit und wie wahrhaftig ist die Kunst?

Das waren die Grundsatzfragen, die diese Entwurfsfolge und Videoproduktion prägten und zu einer digital übersetzbaren Installationsachse zwischen dem Kulturforum und der Museumsinsel verdichteten.

Aus der Sicht auf Mies van der Rohes tragender Säule ( der Dachkonstruktion der Nationalgalerie ) eröffnete sich am11. 9. 2001 eine Sichtachse über 6 Entwürfe zum Potsdamer Platz.

Begehbare Chromstahlreflektoren gliedern diese Sichtachse, reflektieren die Säule aus ihrem erweiterten Kontext, verbinden den Außen- mit dem Innenraum, doppeln ihn aus seiner vielschichtigen Tektonik und geben uns die Möglichkeit, diese Raumvorgaben aus erweiterten Annäherungspositionen zu erschließen. Die Chromstahlstelen und Bodeninstallationen sind als einzelne Blöcke digital überspielbar.

Eine zweite vergleichbare Entwurfsfolge erstellt eine Raum- und Sichtachse aus dem gläsernen Pavillon des Auswärtigen Amtes zu den heute noch durch Kriegseinwirkungen verletzten Museumsbauten am Kupfergraben und Schlossplatz.

Digital vernetzt stehen die Installationen in einem wechselseitigen Bezug und münden in zwei Stelen, die Sichtachsen vom Alten Museum zum ehemaligen Portal IV auf seinen unter Asphalt versiegelten Grundriss und von der Alten Nationalgalerie über das Portal V zum kulturgeschichtlich hochwertigen barocken Kern des ohne Kriegseinwirkung 1951 zerstörten Schlüterhofes erstellen.

Kriegsverletzungen und Verbrennungen unersetzbarer Architektur und Kulturgüter sind am Kupfergraben und den Magazinen des Bode-Museums sichtbar und als Grundriss unter Asphalt versiegelt auf dem Schlossplatz spür- und nachvollziehbar.

Heute stehen unsere demokratischen Grundwerte schockiert vor einer abermals öffentlich ausgetragenen und uneinschätzbaren Gewaltspirale. Bisher Versäumtes können wir nicht korrigieren.

Hass, Gewalt, Terror und Krieg eskaliert aus unbewältigten Zeiterfahrungen.

Den Dialog zwischen den Kulturen zu wagen, um mit künstlerischen Mitteln wechselseitig begehbare Wege zwischen den Kulturen zu eröffnen, ist aus unserer geschichtlich gebrochenen Erfahrung eine gestaltbare Ausgangsposition und der Kern dieser Arbeit.

Unter den gegebenen Voraussetzungen sollten wir in dieser Stadt, die kultureller Brennpunkt sein möchte, in der Menschen vieler Nationen, Sprachen und Kulturen Lebensraum finden, den grenzraumübergreifende Dialog zwischen den Kulturen pflegen und vertiefen, um nicht abermals einer unaufgearbeiteten Geschichte und Kultur gegenüber zu stehen.

 

GERHARD ANDRÉES 

Berlin, Januar 2002

 

 

Das  Projekt entstand  2001 - 2004  als raumübergreifende Entwurfs- und Installationsfolge in Kooperation mit dem Goethe-Institut Berlin.

 

RAUM I  

DVD Videoproduktion  TRANS  FORMATIONS  RAUM  BERLIN

Digitale Videoprojektion  (Projektionszeit 10 Min.)

Installation:  WIE WIRKLICH IST DIE WIRKLICHKEIT   200 x 160 x 125 cm

Bildformat:  200 x 160 cm  Öl auf Leinwand ,  Bodenplatte  Chromstahl  125 x 120 cm

Installation:  WIE WAHRHAFTIG IST DIE KUNST     200 x 160 x 125 cm

Bildformat:  200 x 160 cm  Öl auf Leinwand ,  Bodenplatte  Chromstahl  125 x  120 cm

  

RAUM II

Entwurfsfolge: TRANS  FORMATIONS  RAUM  BERLIN  75 Arbeiten  2001- 2004 (Auswahl)

  

RAUM III

GORAZDE – PPRISTINA – GROSNY   250 x 160 cm  Öl auf Leinwand

HINTER DER ÄSTHETIK VERBIRGT SICH DIE WIRKLICHKEIT   200 x 160 cm  Öl  auf Leinwand

TRANS ART   Reflektor 2000  125 x120   Öl auf Chromstahl

HINTER  DER ÄSTHETIK   dreiteiliger Reflektor  375 x 120   Öl auf Chromstahl

   

RAUM VI  Gläserner Fahrstuhl im gläsernen Schacht:  Goethe-Institut Berlin  2.Innenhof

Installation:  SIE VERLASSEN JETZT DIE GEGENWART

Stele:            TRANS  FORMATIONS  RAUM  BERLIN 

 

Die Entwurfsfolge:

TRANS FORMATIONS RAUM  BERLIN 01/04

erscheint als geschlossener Block mit  75 Entwürfen   Blattgröße: 30 x 21 cm auf Karton 50 x 35 cm 

Auflage: 5 Mappen.

  

Die Arbeitsfolgen:                          

SIE VERLASSEN JETZT DIE GEGENWART

NY 01 

KULTURFORUM  

BEGEHBARE  SICHTACHSE  AUSWÄRTIGES AMT - MUSEUMSINSEL                                                                     

GORAZDE - PRISTINA - GROSNY 

FALLUDSCHA  und

HINTER DER ÄSTHETIK   

erscheinen in einer Auflage mit je 10 Entwürfen. 

Erweiterte Informationen zum Projekt erhalten sie auf Anfrage unter mail@Gerhard-Andrees.de  oder Tel.  030 3442616   

 

© Gerhard Andrées Berlin 04                

 

 

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